Akjoujt, Hauptstadt der Region Inchiri, liegt rund 256 km nordöstlich von Nouakchott mitten in der mauretanischen Wüste. Der Name stammt aus dem Berberischen und bedeutet „der Brunnen" – eine Erinnerung an jene Wasserstelle, die über Jahrhunderte die Karawanen in einer Region voller Wasserknappheit am Leben hielt. Heute zählt Akjoujt zu den bedeutendsten Bergbaustädten des Landes und ist vor allem für die Lagerstätte Guelb Moghrein bekannt, reich an Kupfer und Gold. Archäologische Untersuchungen belegen, dass hier bereits im 8. Jahrhundert v. Chr. Kupfer gewonnen wurde – rund 2 800 Jahre menschlicher Tätigkeit. Zwischen alten und modernen Bergbaustätten, den Saharalandschaften des Inchiri und einer lebendigen Nomadenkultur wird Akjoujt zu einer Reise zwischen Geologie, Geschichte und Tradition.
🇲🇷 Mauretanien
Akjoujt
Sehenswertes
Oum Tounsi (Inchiri) — Die Schlacht von 1932 hinter dem Flughafennamen
Für die meisten Reisenden ist das erste mauretanische Wort, das sie lesen, genau dieses: Internationaler Flughafen Nouakchott-Oumtounsy. Der Name stammt von einer Schlacht. Am 18. August 1932 legte in Oum Tounsi, einem Ort nördlich von Nouakchott in der Region Inchiri, eine Gruppe von Kämpfern — vor allem Oulad Delim aus dem Río de Oro — einen blutigen Hinterhalt gegen die „Nomadengruppe des Trarza", eine in Boutilimit stationierte französische Kolonialeinheit. Der Angriff überraschte die Kolonne und forderte schwere Verluste unter den Kolonialtruppen und ihren einheimischen Verbündeten. Fast ein Jahrhundert später wird die Erinnerung an das Ereignis noch lebhaft diskutiert: Für den mauretanischen Staat und viele Historiker ist es ein glanzvolles Symbol des antikolonialen Widerstands; andere Stimmen, darunter die Moktar-Ould-Daddah-Stiftung, sehen darin eher eine traditionelle Razzia, da auf beiden Seiten Mauretanier standen und vor allem die Stammesrivalitäten jener Zeit zum Tragen kamen. Oum Tounsi zu besuchen heißt, auf einer stillen Wüstenebene zu stehen — und mit beiden Erzählungen wieder abzureisen. Der Ort ist ein kurzer Halt auf der Nordstraße ab Nouakchott, gut zu verbinden mit dem Inchiri, Akjoujt und der Route zum Banc d'Arguin.
El Asmaa (Inchiri) — Steppe, Nomadenlager und Sternenhimmel an der Nordstraße
Zwischen Nouakchott und Akjoujt, wo sich die Steppen des Inchiri zu einem grenzenlosen Horizont öffnen, liegt der kleine Ort El Asmaa: eine Station an der Nordstraße, einer jener Orte, zu denen man nicht wegen eines bestimmten Denkmals kommt, sondern um den wahren Rhythmus des mauretanischen Hinterlands zu finden. Die Akaziensteppe erstreckt sich über rote, von Dünen durchzogene Erde, und die Zelte der Hirten und die Kamelherden geben der Landschaft ihre einzige Bewegung. Nach den seltenen Regenfällen der Saison überzieht ein Teppich niedriger Gräser den Boden, die Steppe wird zur Weide, und von überall her ziehen Nomadenfamilien herbei — eine der schönsten Jahreszeiten überhaupt. El Asmaa bietet, was Städte nicht geben: ein Glas Tee im Zelt, Kamelmilch, ein Gespräch mit den Menschen des Ortes und einen Nachthimmel, der so klar ist, dass er jeden Stern zurückgibt, ohne Lichtverschmutzung. An der Achse gelegen, die die Hauptstadt mit Akjoujt und weiter mit Nouadhibou verbindet, ist der Ort zugleich ein praktischer Halt auf einer Route, die die Minen des Inchiri, den Schlachtort Oum Tounsi und die Küste des Banc d'Arguin verbindet.