🇲🇷 Mauretanien

oualata

Schönheit im Osten. Willkommen in Oualata — oder, wie manche sagen, der schönsten Stadt Mauretaniens. Hier, wo schon der berühmte Ibn Battūta weilte, befindet sich das am schwersten zugängliche Weltkulturerbe des Landes. Der Ksar liegt im Südosten, in der Region Hodh Ech Chargui, östlich der Aoukar-Senke.

Im 14. Jahrhundert war Oualata eine der bedeutendsten Städte des transsaharischen Handels und zugleich ein wichtiges religiöses Zentrum. Die Stadt war überdies ein geschätzter Ausgangspunkt für die Pilger des Hadsch. Doch noch heute zeugen die zahlreichen reich verzierten Lehmbauten vom Reichtum vergangener Zeiten. Die Wandmalereien und die Ornamente an den Türen und Hauswänden sind charakteristisch für den Stil dieses südöstlichen Ortes mit 14.000 Einwohnern. Weit davon entfernt, rein dekorativ zu sein, gelten sie als Träger magischer Bedeutung.

Der geschichtlich interessierte Besucher könnte das Handschriftenmuseum besichtigen. Auch die nahe gelegene Moschee und der Friedhof von Tirzet sind einen Abstecher wert. Oualata ist im Übrigen nach wie vor sehr lebendig: Neben dem Markt und dem lokalen Handel besteht weiterhin eine bedeutende Koranschule, die als elitäre Einrichtung allerdings nur einem kleinen Kreis von Schülern offensteht — 20 neuen Personen pro Jahr.

Oualata ist einer der Höhepunkte unserer zweiwöchigen Rundreise im Süden. Vor Ort lässt sich ebenso leicht eine Kamelwanderung wie ein Geländewagenausflug in die Umgebung organisieren. Trotz ihrer Bedeutung ist Oualata keineswegs von Touristen überlaufen. Seien Sie also gewiss, dass die Bewohner Ihren Aufenthalt als Ereignis betrachten.

Sehenswertes

Taoudeni-Becken — Das größte Sedimentbecken Westafrikas

Das Taoudeni-Becken erstreckt sich über weite Teile des Ostens und Nordens Mauretaniens. Es ist das größte Sedimentbecken Westafrikas, mit einer Gesamtfläche von 1,5 Millionen Quadratkilometern, von denen etwa ein Drittel — rund 500 000 km² — auf mauretanischem Gebiet liegt. Seinen Namen verdankt es der Stadt und den berühmten Salzminen von Taoudenni auf der malischen Seite der Wüstengrenze, jenen Minen, die jahrhundertelang das Ziel der Salzkarawanen waren. Eine Reise durch das Becken ist eher eine Reise in geologischer Zeit als im Raum: Seine Muttergesteine stammen aus dem späten Präkambrium und dem Paläozoikum und sind außerordentlich reich an organischem Material — weshalb das Ministerium für Energie und Erdöl das Becken als Explorationsgebiet mit hohem Öl- und Gaspotenzial einstuft; historische Testbohrungen wurden hier niedergebracht, etwa Abolag-1, die bei Tests beachtliche Gaszuflüsse lieferte. An der Oberfläche bietet das Becken die weitesten Landschaften Mauretaniens: endlose Ebenen, Hamadas, die langen Steilkanten der Dhars, Sandergs und aufgeschlossene Gesteinsfolgen, die sich wie die Seiten eines auf Hunderte Millionen Jahre aufgeschlagenen Buches lesen, dazu Fossilfundstätten und Stromatolithen als Zeugen frühester Lebensformen. Es ist auch ein Raum der Erinnerung: die Azalai-Routen, die Salzkarawanen und die alten Städte an seinen Rändern. Für Reisende mit Sinn für Geologie und Wüsten ist das Becken kein Denkmal, sondern ein kleiner Kontinent, den man in Etappen entdeckt.

Tiaret el Wassia (Adrar) — Offene Ebenen an Mauretaniens Ostrand

In Mauretanien bezeichnet der Ausdruck „Tiaret el Wassia" — wörtlich „das weite Tiaret" — das halbwüstenhafte Gebiet am äußersten Ostrand der Region Adrar im Norden des Landes: eine Militärzone und eine offene Weite an den Rändern der großen Sandmeere. Der Name sagt alles: eine Breite ohne Grenze. Hier enden die Ränder des Adrar-Plateaus, und es beginnen die Reg- und Hamada-Ebenen, die nach Osten bis in die Tiefen des Taoudeni-Beckens ziehen, durchsetzt von vereinzelten Dünen und Senken, in denen nach den Regenfällen Akazien ergrünen. Seit jeher ist dies ein Raum der Weide und des Durchzugs: Alte Karawanen querten ihn nach Nordosten in Richtung der Salzstraßen, Hirten führen ihre Kamele zu den saisonalen Weiden, und Lager entstehen dort, wo sich Wasser findet, bevor sie weiterziehen. Die Szenerie zählt zum Reinsten, was der mauretanische Norden bietet: ein vollständiger, ungehinderter Rundhorizont, Licht, das den ganzen Tag über Schotter und Sand wandert, und Nächte ohne Lichtverschmutzung, in denen sich die Milchstraße vollständig abhebt. Tiaret el Wassia ist kein Ziel der Denkmäler, sondern eine Erfahrung von Raum und Stille, die man beim Queren der östlichen Ränder des Adrar entdeckt — dort, wo nur Erde und Himmel bleiben.