🇲🇷 Mauretanien

Nationalpark Diawling

Der Nationalpark Diawling erstreckt sich im äußersten Süden Mauretaniens entlang des Senegalflusses über rund 130 km² außergewöhnlicher Artenvielfalt — das führende Ziel des Landes für Safari und Naturtourismus. Seine Landschaften wechseln mit den Jahreszeiten zwischen überfluteten Ebenen, Wasserflächen und Salzflächen und nehmen unzählige Vögel auf, sowohl heimische als auch Wintergäste aus Europa. Neben der Vogelwelt begegnet man hier Rudeln von Warzenschweinen, Herden von Zebus und Dromedaren und sogar Krokodilen und Servalen. Der Diawling ist mehr als seine Tierwelt: Er erlaubt auch einen Blick auf die traditionellen Fischfangmethoden der Deltabewohner — Zeugnis einer alten Verbundenheit mit dem Fluss und seinen Wassern. Besucht wird der Park meist auf einer zweitägigen Reise ab Nouakchott. Der erste Tag gilt der Hauptstadt und dem Zusammentreffen der Kulturen in ihr — dem Fischerhafen in Sebkha, dem Kamelmarkt, den Händlern und Taxifahrern, der mauretanischen Küche —, bevor am nächsten Morgen drei Stunden Fahrt nach Süden zum Reservat am Ufer des Senegalflusses führen.

Sehenswertes

Grenzposten und Staudamm von Diama — Der ruhige Übergang nach Senegal

Es gibt wenige Grenzen, die man überquert, während man Vögel beobachtet — Diama ist eine davon. Der ruhigste Übergang zwischen Mauretanien und Senegal fällt mit dem Staudamm von Diama zusammen, einem strategischen Wasserbauwerk am Senegal-Fluss unter Verwaltung der OMVS: Er hält das salzige Meerwasser von den Ackerflächen fern, sichert die Süßwasserreserven für die Bewässerung und versorgt die Stadt Nouakchott zu 100 % mit Wasser, während sein Bauwerk als mautpflichtige Straßenbrücke zwischen beiden Ländern dient. Reisende ziehen ihn Rosso deutlich vor, das für lange Wartezeiten und Abzocke bekannt ist. Von Nouakchott führt die Straße nach Süden; die letzten 40 Kilometer sind eine Erdpiste entlang des Diawling-Nationalparks, dem Reich der Pelikane, Flamingos und Watvögel des Deltas — ein höhergelegtes Fahrzeug oder ein 4x4 wird dringend empfohlen, besonders in der Regenzeit. Rechnen Sie mit etwa drei Stunden Formalitäten: knapp zwei Stunden auf mauretanischer Seite (Abschluss des Fahrzeug-Passavants beim Zoll, dann Passregistrierung bei der Grenzpolizei), die Brückenmaut, meist zwischen 5 000 und 10 000 CFA-Franc je nach Saison und Fahrzeug, und rund eine Stunde auf senegalesischer Seite (Passstempel und Ausstellung des touristischen Passavants). Von dort sind es nur noch 27 Kilometer bis Saint-Louis.

Hafen von Ndiago — Mauretaniens südliches Tor zum Atlantik

Im äußersten Süden Mauretaniens, wo die Küste an der Seegrenze zu Senegal endet, liegt der Hafen von Ndiago: eine bedeutende multifunktionale Hafenanlage rund 220 km südlich von Nouakchott und 40 km von Keur Macène entfernt. Der Staat investierte fast 352 Millionen Dollar in die Basisinfrastruktur, und die Regierung kündigte an, Betrieb und Bewirtschaftung im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft internationalen Betreibern zu übertragen; langfristig ist die Plattform auf einen Umschlag von rund 600 000 Tonnen Waren im Jahr ausgelegt. Der Komplex ist vollständig vielseitig angelegt: ein Marinestützpunkt zur Stärkung der nationalen Marine und zur Sicherung der ausschließlichen Wirtschaftszone, ein Anlandekai für handwerkliche und industrielle Fischerei, ein Handelskai zur Entlastung der Häfen von Nouakchott und Nouadhibou sowie eine Werft für Reparatur und Wartung. Die unmittelbare Nähe zum grenzüberschreitenden Gas-Megaprojekt Grand Tortue Ahmeyim (GTA), das Mauretanien und Senegal teilen, macht ihn zur natürlichen Logistikbasis des Kohlenwasserstoffsektors im Süden des Landes; zudem sieht das Projekt den Ausbau des Flussverkehrs auf dem Senegal-Fluss vor und damit neue Handelswege ins landwirtschaftliche Herz Mauretaniens und bis nach Mali. Für Besucher ist Ndiago das moderne Gesicht einer Region aus Flussdelta, Diawling-Nationalpark und Stränden, die der Tourismus noch nicht erreicht hat.

Keur Macène (Trarza) — Kornkammer Mauretaniens und Diawling-Delta

Keur Macène ist eine kleine Stadt und ein Departement der Region Trarza im äußersten Südwesten Mauretaniens, rund 183 km südwestlich von Nouakchott und 60 km westlich von Rosso. Es grenzt unmittelbar an Senegal und wird im Westen vom Atlantik begrenzt; zum Departement gehören drei Gemeinden: Keur Macène als Verwaltungssitz, Mbalal und die Küstengemeinde Ndiago. Die Gegend gilt bisweilen als Kornkammer Mauretaniens: Der Kanal des Aftout Es Sahéli ist ihre Lebensader und bewässert Tausende Hektar Reis und Gemüse — mehr als 12 000 Hektar werden bewirtschaftet —, dazu kommen eine bedeutende Viehzucht sowie Meeres- und Flussfischerei in Ndiago und in den Dörfern am Fluss. Für Reisende liegt der Reiz jedoch in der Natur: Ein großer Teil des Diawling-Nationalparks liegt in diesem Departement, dort wo das Süßwasser des Flusses auf den Ozean trifft und ein echtes Delta bildet — Zuflucht für Zugvögel, Warzenschweine und zahlreiche seltene Arten. Das Klima, durch kalte Meeresströmungen gemildert, ist feucht und im Vergleich zum übrigen Land verhältnismäßig mild — sofern man die Mücken in Kauf nimmt, die in der Regenzeit sehr zahlreich sind. Überflutete Reisfelder, Flussarme, Küstendünen und Fischerdörfer: das grünste und wasserreichste Gesicht Mauretaniens.