Der Wüstenzug und der Bahnhof Choum

Die Stadt Choum: ihre Sehenswürdigkeiten und die Bedeutung des Zuges

Choum ist eine Ortschaft und ein wichtiges saharisches Verwaltungszentrum in der Wilaya Adrar im Nordwesten Mauretaniens. Ihren großen historischen und wirtschaftlichen Ruf verdankt sie ihrer engen Verbindung mit der Eisenbahnlinie und dem berühmten „Wüstenzug".

Geografischer und historischer Überblick

Lage: im Nordwesten des Landes, nahe den Rändern der großen Sahara, auf einer Höhe von etwa 235 Metern über dem Meeresspiegel.

Gründungsbedeutung: Choum trat als eine der wichtigsten Durchgangsstationen hervor, noch bevor asphaltierte Straßen verbreitet waren, und bildete einen zentralen Stützpunkt für die menschliche und wirtschaftliche Bewegung zwischen Norden und Süden.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Choum

Der historische Tunnel von Choum (örtlich „Gar Choum" genannt): 1962 erbaut, erstreckt er sich über nahezu zwei Kilometer auf mauretanischem Gebiet. Er wurde angelegt, um die Streckenführung der Eisenbahn innerhalb der Souveränität des damals frisch unabhängigen Mauretanien zu halten und den Bedingungen zu entgehen, die die spanische Kolonisation der benachbarten Sahara auferlegte. Heute stillgelegt, ist er ein technisches und historisches Denkmal, das Forschende und Reisende aufsuchen.

Die Wüstenlandschaft: Die Stadt ist von einer trockenen, weit ausgreifenden Wüstenumgebung umgeben, was sie zu einem Rastplatz und einer wichtigen Durchgangsstation für Abenteuertourismus-Reisen in der großen Sahara macht.

Die große Bedeutung des Zuges in Choum

Wirtschaftliche Lebensader und Bergbauverbindung: Durch den Bahnhof von Choum verkehrt der Eisenerzzug der Nationalen Industrie- und Bergbaugesellschaft (SNIM) – der längste und schwerste Zug der Welt, mit über 2 Kilometern Länge und nahezu 200 Waggons. Die Strecke verbindet die Minen von Zouérate mit dem Ausfuhrhafen Nouadhibou über eine Distanz von rund 700 Kilometern.

Transport- und Versorgungsmittel: Für die Bewohner von Choum und der umliegenden Dörfer war der Zug eine Rettungsleine und das wichtigste Mittel, um sich fortzubewegen, Waren und Wasser zu befördern und die Bedürfnisse des Lebens in der Härte des Wüstenklimas zu decken.

Weltweite touristische Anziehung: Der Bahnhof von Choum zieht Touristen und Abenteuerlustige an, die das weltweit einzigartige Erlebnis einer Fahrt mit dem Wüstenzug suchen.

Sehenswertes

Tunnel von Choum

Der Tunnel von Choum in Mauretanien ist ein ungewöhnliches Denkmal der Kolonialgeschichte, das heute zu einer faszinierenden, verlassenen Touristenattraktion für Sahara-Abenteurer geworden ist. Die Geschichte des Tunnels: eine koloniale Absurdität Der ursprüngliche Zweck: Anfang der 1960er Jahre von der französischen Gesellschaft MIFERMA in den Granit getrieben, sollte dieser fast 2 Kilometer lange Tunnel dem berühmten Erzzug Mauretaniens ermöglichen, die Eisenerzminen von Zouérate mit dem Hafen von Nouadhibou zu verbinden. Der politische Konflikt: Damals stand Mauretanien kurz vor der Unabhängigkeit, während die benachbarte Westsahara (Río de Oro) unter spanischer Kontrolle stand. Die Aufgabe: 1991, nach dem Abzug der Spanier und der veränderten geopolitischen Lage, entschieden sich die Betreiber der Bahnstrecke für den Pragmatismus. Die Trasse wurde um lediglich 5 Kilometer verlegt, um den Berg bequemer über die Ebene zu umgehen und dabei das inzwischen umstrittene Gebiet zu durchqueren. Der Tunnel wurde endgültig stillgelegt. Das heutige touristische Interesse Heute wird der Tunnel von Choum von manchen Reiseführern „Denkmal der europäischen Dummheit in Afrika" genannt. Aus mehreren Gründen zieht er zahlreiche Reisende abseits ausgetretener Pfade an: Eine ungewöhnliche Erkundung: Der Tunnel ist völlig leer, dunkel und öffentlich zugänglich. Man kann ihn zu Fuß oder mit einem Geländewagen (4x4) durchqueren. Die Nähe zu Ben Amira: Der Tunnel liegt in einem Gebiet nahe Ben Amira, dem zweitgrößten Monolithen der Welt, was ihn zu einem idealen Halt auf einer Rundreise durch den Adrar macht.

Natur

Tmeimichat

Die touristische Bedeutung des Dorfes Tmeimichat (oder Etmeimichat) liegt darin, dass es eine bedeutende und strategische Station auf der Strecke der berühmten Eisenbahn des „Wüstenzuges" ist, die die Eisenerzminen von Zouérate mit dem Hafen von Nouadhibou verbindet. Das Dorf, verwaltungsmäßig der Region Dakhlet Nouadhibou zugehörig, gilt als zentraler Ankerpunkt des Abenteuer- und Entdeckungstourismus tief in der mauretanischen Sahara. Der touristische Wert dieses lebenswichtigen Dorfes entspringt mehreren wesentlichen Säulen: Die Schlagader des „Wüstenzuges", des längsten der Welt Halte- und Versorgungspunkt: Tmeimichat ist eine unumgängliche Station für den mauretanischen Erzzug, den längsten und schwersten der Welt (seine Länge erreicht 2,5 Kilometer). Ein Abenteuererlebnis in der Wildnis: Das Dorf wird von ausländischen Touristen und Influencern aufgesucht, die die Erfahrung suchen, auf den offenen Güterwagen des Zuges unter den Sternen zu fahren und an den abgelegenen Wüstenstationen auszusteigen. Stützpunkt für Safaris und Camping (4x4) Die Rast der modernen Karawanen: Das Dorf liegt in einer unberührten Wüstenumgebung, was es zu einem idealen Ausgangs- oder Ruhepunkt für die von örtlichen Reiseagenturen organisierten Allradfahrzeuge macht. Sternenbeobachtung: Das Fehlen von Lichtverschmutzung in der Gegend verwandelt den Himmel von Tmeimichat in ein beeindruckendes natürliches Observatorium für Astronomiebegeisterte und Freiluftcamper. Nomadenleben und authentische Gastfreundschaft Das mündliche Erbe erleben: Das Dorf ermöglicht den Besuchern den unmittelbaren Kontakt mit den Bewohnern der mauretanischen Badia und das Kennenlernen ihrer Sitten und Bräuche, etwa des traditionellen Wüstentees und der lokalen Musik. Lokale touristische Entwicklung: Der Zustrom von Abenteurern und Wüstenerkundern trägt dazu bei, die bescheidene Handelstätigkeit im Verwaltungszentrum des Dorfes zu beleben.